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Landratsamt Günzburg

Entzug und Neuerteilung

Wenn Ihnen die Fahrerlaubnis durch ein Gericht oder eine Behörde entzogen wurde, müssen Sie eine neue Fahrerlaubnis bei Ihrer örtlich zuständigen Fahrerlaubnisbehörde beantragen. Der Antrag auf Neuerteilung kann frühestens sechs Monate vor Ablauf einer gerichtlich oder gesetzlich festgelegten Sperrfrist gestellt werden. Das Ende der Sperrfrist bedeutet jedoch nicht automatisch die Neuerteilung der Fahrerlaubnis.

Das Gericht entscheidet im Strafverfahren nicht darüber, ob nach Ablauf der Sperrfrist die Fahrerlaubnis neu erteilt werden kann. Es ist die Aufgabe der Fahrerlaubnisbehörde, zu prüfen, ob alle Voraussetzungen für eine Neuerteilung, insbesondere die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen, vorliegen.

Die Entscheidung, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie den Führerschein neu erwerben können, hängt von den Umständen im Einzelfall ab. Dazu werden sorgfältig alle Auskünfte (z. B. das Führungszeugnis) und die gerichtlichen Entscheidungen geprüft. Maßgeblich ist hierbei, ob Sie körperlich, geistig und charakterlich geeignet sind, wieder ein Kraftfahrzeug zu führen. Hierzu kann auch angeordnet werden, dass Sie dazu entsprechende Gutachten (z. B. eines Facharztes oder einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung) vorlegen müssen. Ggf. kann eine erneute Führerscheinprüfung notwendig sein.

Wurde Ihnen die Fahrberechtigung auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aberkannt, müssen Sie einen Antrag auf Zuerkennung der ausländischen Fahrerlaubnis stellen. Eine Teilnahme am inländischen Straßenverkehr ist erst nach positivem Abschluss des Verfahrens möglich.
Bei Besitz einer ausländischen Fahrerlaubnis ist das Recht zum Führen von Kraftfahrzeugen in Deutschland durch Beschluss oder ein Urteil eines deutschen Strafgerichts erloschen. Auch nach Ablauf der Sperrfrist dürfen Sie mit einer ausländischen Fahrerlaubnis in Deutschland keine Kraftfahrzeuge führen, wenn eine deutsche Führerscheinstelle das Recht, von der ausländischen Fahrerlaubnis im Bundesgebiet wieder Gebrauch zu machen, nicht wieder zuerkannt hat.

Häufig verwechseln Betroffene ein Fahrverbot, das von einer Bußgeldbehörde z. B. wegen zu schnellen Fahrens verhängt wird und bei dem gegen vorübergehende Abgabe des Führerscheins und Bezahlen einer Geldbuße das Führen eines Kraftfahrzeugs für die Dauer von ein bis drei Monaten untersagt ist, mit der strafrechtlichen Fahrerlaubnisentziehung durch ein Gericht. Ein Fahrverbot berührt jedoch nicht die Besitzstände der Fahrerlaubnis. Das abgegebene Führerscheindokument wird nach Ablauf des Fahrverbots von der Bußgeldstelle wieder ausgehändigt.

Die Fahrerlaubnisbehörde steht Ihnen bei Rückfragen zum Antrag auf Neuerteilung bzw. Zuerkennung einer Fahrerlaubnis jederzeit persönlich oder telefonisch zur Verfügung.