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Landratsamt Günzburg

Tuberkulose

Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose ist eine bakteriell bedingte Infektionskrankheit, die durch das sogenannte Mycobacterium tuberculosis verursacht wird. Am häufigsten ist die Lunge befallen, es können aber auch andere Organe befallen werden.


Wie wird eine Tuberkulose übertragen?

Die Übertragung erfolgt über die Luft, von Mensch zu Mensch. Erkrankte Personen geben beim Husten und Niesen mikroskopisch kleine Tröpfchen in die Umgebung ab. Diese können von anderen Personen eingeatmet werden und dadurch es kann zu einer Ansteckung kommen.


Welche Symptome treten bei einer Tuberkulose auf?

Es können Symptome auftreten wie Husten (manchmal mit Blutbeimengung), Müdigkeit, leichtes Fieber und Schwitzen in der Nacht, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust.


Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko, nach Kontakt mit einem Erkrankten?

Die Tuberkulose zählt nicht zu den hochinfektiösen Erkrankungen. Ob oder wie hoch das Ansteckungsrisiko ist hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • wie hoch die Erregerausscheidung des Erkrankten ist
  • wie eng und wie häufig der Kontakt mit einem Erkrankten war
  • dem Gesundheitszustand der Kontaktperson

Denn ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht für Kleinkinder, sowie Personen mit chronischen Erkrankungen wie z.B. Diabetiker oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise durch eine HIV-Infektion oder durch die Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem schwächen, sowie Personen mit Suchterkrankungen oder Obdachlose.


Was bedeutet „offene", was „geschlossene" Tuberkulose?

Von einer offenen Tuberkulose spricht man, wenn der Entzündungsherd in der Lunge, der durch die Erreger entsteht, eine Anschluss an das Bronchialsystem hat. Erst dann können die Erreger ausgeschieden bzw. ausgehustet werden.

Bei einer geschlossenen Tuberkulose ist dies nicht der Fall, der Erkrankten ist somit nicht ansteckend.


Mein Arzt hat bei mir eine „offene" Tuberkulose diagnostiziert, was geschieht jetzt mit mir?

Im Regelfall werden Erkrankte in einer Klinik isoliert und medikamentös behandelt. Die Behandlung nimmt einen relativ langen Zeitraum in Anspruch. Dies bedeutet aber nicht zwingend, dass die erkrankte Person so lange in der Klinik bleiben muss. Mittels spezieller diagnostischer Verfahren, kann festgestellt werden, ob noch eine Ansteckung besteht. Ist dies nicht mehr der Fall kann die betroffene Person meist die Klinik wieder verlassen. Ob bzw. wann ein Patient entlassen wird, entscheidet aber immer der behandelnde Arzt vor Ort.


Ist Tuberkulose heilbar?

In Deutschland kann eine Tuberkulose gut behandelt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die verordneten Medikamente konsequent bis zum Ende der Behandlungsdauer eingenommen werden.


Wo liegen hier die Aufgaben für das Gesundheitsamt?

Das Gesundheitsamt ist bei Bekanntwerden eines erneuten Krankheitsfalles zuständig das Umfeld der kranken Person zu untersuchen bzw. einer Untersuchung zuzuführen.

Das bedeutet im Klartext:

  • Der Patient ist nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet dem Gesundheitsamt Kontakte der letzten Monate (meist sechs Monate) nach Bekanntwerden der Erkrankung, mit Adresse und Geburtsdatum zu nennen.
  • Personen unter sechzig Jahre werden (acht Wochen nach dem letzten Kontakt zur erkrankten Person) zur Blutabnahme, dem sog. Interferon-Gamma-Test (QFT), ins Gesundheitsamt einbestellt
  • Personen über sechzig Jahre werden im Regelfall aufgefordert eine Röntgenaufnahme (drei Monate nach dem letzten Kontakt zur erkrankten Person) anfertigen zu lassen

Ausnahmen stellen Kleinkinder oder immunsupprimierte bzw. schwer kranke Personen dar. Hier bedarf es in manchen Fällen einer besonderen bzw. schnelleren Handlungsweise.


Warum werden die Untersuchungen der Kontaktpersonen erst nach acht Wochen bzw. drei Monaten durchgeführt?

Werden bei einer Tuberkulose-Infektion Erreger aufgenommen, folgt die Aktivierung von  sog. T-Lymphozyten, die als Reaktion mit der Ausschüttung von Interferon-Gamma beginnen. Hat sich das Immunsystem des Patienten in der Vergangenheit bereits mit dem Erreger Auseinandergesetzt, kann Interferon-Gamma nachgewiesen werden. Nicht nachweisbar ist, wann die Aufnahme des Erregers stattgefunden hat.

Bis diese Aktivierung des Immunsystems bzw. Ausschüttung des Interferon-Gamma begonnen hat dauert es mindestens acht Wochen. Es macht daher keinen Sinn den Test vor Ablauf der achtwöchigen Frist durchzuführen.

Eine Tuberkulose entwickelt sich sehr langsam. Bis auf der Lunge mittels Röntgenaufnahme eine Veränderung sichtbar ist vergehen mindestens drei Monate. Somit macht auch hier eine Röntgenuntersuchung, vor Ablauf der dreimonatigen Frist, keinen Sinn.


Der bei mir durchgeführte Interferon-Gamma-Test (QFT) hat ein positives Ergebnis gebracht, bin ich jetzt krank?

Fällt ein QFT positiv aus, spricht man von einer latenten Tuberkulose. Der Betroffenen ist aber nicht krank und somit auch nicht ansteckend. Erst wenn der Erreger ausbricht, das kann auf Grund eines kurzzeitig geschwächten Immunsystems passieren, dann spricht man von einer Tuberkulose.

Vom Gesundheitsamt wird eine Kontaktperson mit positivem QFT zum Röntgen überwiesen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit sich von einem Lungenfacharzt über eine Chemoprävention (Einnahme von Medikamenten) beraten zu lassen. Diese verringert das Erkrankungsrisiko. Darüber entscheidet der Lungenfacharzt bei einem gemeinsamen Gespräch und nach Sichtung der Röntgenaufnahme.


Ihre Frage wurde hier nicht beantwortet?

Für weitere Fragen stehen Ihnen Frau Hellmann und Frau Merkle von der Tuberkulosefachberatung des Gesundheitsamtes Günzburg jeweils unter folgender Telefonnummer zur Verfügung:

  • Frau Hellmann: 08221/95-715
  • Frau Merkle: 08221/95-714

Ihr Direktkontakt zu uns!

Brigitte Hellmann
Tel.: 08221 / 95 715
E-Mail: B.Hellmann@landkreis-guenzburg.de

Sabine Merkle
Tel.: 08221 / 95 714
E-Mail: S.Merkle@landkreis-guenzburg.de