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Landratsamt Günzburg

Anlagenbauer Lingl in Insolvenz

Landrat Reichhart ruft Runden Tisch ein: „Wir müssen Perspektiven für die Beschäftigten aufzeigen"

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz im Portrait

Landrat Dr. Hans Reichhart im Interview mit Pressevertretern

Landrat Dr. Hans Reichhart im Interview mit Pressevertretern

Im Krumbacher Rathaus wurde heute Vormittag über die Zukunft des hiesigen Anlagenbauers Lingl gesprochen. Landrat Dr. Hans Reichhart hatte zum Runden Tisch geladen, um gemeinsam mit Vertretern aus Gewerkschaft, Betriebsrat, der Geschäftsführung, Insolvenzverwaltung und Politik eine bestmögliche Lösung für die Beschäftigten auf den Weg zu bringen.

Lingl wird offiziell zum 01.12.2020 Insolvenz anmelden. Die Traditionsfirma beschäftigt 400 Mitarbeiter am Standort Krumbach. Es ist bereits die zweite Insolvenz mit der sich die Firma konfrontiert sieht.

Mit Arndt Geiwitz und dessen Mitarbeiter Christian Plail, der aus dem südlichen Landkreis Günzburg stammt, wurde ein hiesiger Insolvenzverwalter bestellt. Landrat Reichhart zeigte sich heute darüber sehr erfreut: „Wir wissen, dass 400 Mitarbeiter und deren Familien auf uns zählen. Mit der Kanzlei „SGP Schneider Geiwitz“ hat das Gericht nicht nur einen mit großen Fällen sehr erfahrenen Insolvenzverwalter bestellt; sondern auch jemanden, der daran interessiert ist, dass die Region gestärkt bleibt, der genau darauf schaut, wer einsteigt oder wer kauft.“

Insolvenzverwalter Geiwitz sagte, er müsse sich Lingl nun erst einmal im Detail anschauen. Eines aber sei schon klar: Er glaube an die Marktberechtigung der Firma. „Das Produkt genießt einen guten Ruf.“ Nun müsse man die hohen Pensionsverbindlichkeiten, die derzeit bei über 20 Millionen Euro liegen, verringern. Grundsätzlich sei er positiv gestimmt, dass das möglich sei.

Günter Frey (IG Metall) machte deutlich, dass er hoffe, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten bleiben. Er sehe eine starke Verunsicherung bei den Beschäftigten. Doch zugleich vertraue er auf den Insolvenzverwalter und die Politik. Es sei ein wichtiges und gutes Zeichen, dass hier schnellstmöglich eine Perspektive für die Menschen besprochen werde.

Dass dies der Fall ist, zeigte sich heute auch an der schnell einberufenen Runde im Krumbacher Rathaus. Daran hatten auch Alfred Sauter (MdL), Georg Nüßlein (MdB), Alexander Kögel (neuer Geschäftsführer Lingl) und der erste Bürgermeister von Krumbach, Hubert Fischer, teilgenommen.