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Landratsamt Günzburg

Wohin mit dem Laub? Die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis Günzburg gibt Tipps

Wie Herbstlaub zum Gartenhelfer wird und warum Laubbläser schädlich sind

Zu sehen ist Laub im Wald.

© Foto: L. Hoßfeld, untere Naturschutzbehörde

Wohin mit dem Laub?

Herbstzeit ist Laubzeit – denn die fallenden Blätter sorgen nicht nur für stimmungsvolle Farben, sondern auch für ziemlich viel Arbeit im Garten und auf den Straßen. Vielerorts wird zur Beseitigung zum Laubbläser oder auch zum Laubsauger gegriffen. Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Günzburg weist darauf hin, dass es beim Einsatz der Maschinen einiges zu beachten gibt.

In Wohngebieten dürfen Laubbläser und Laubsauger aufgrund der Lärmbelästigung nur zwischen 09:00 Uhr und 13:00 Uhr sowie zwischen 15:00 Uhr und 17:00 Uhr verwendet werden. Ein solches Gerät kann nämlich einen Schallpegel von über 100 Dezibel verursachen. Zusätzlich erhöhen sie den Luftkeimgehalt in der näheren Umgebung und wirbeln bis zu 10 Mal mehr Feinstaub auf im Vergleich zu einem herkömmlichen Besen oder Rechen.

Auch für die Natur gibt es einiges zu beachten: Laubbläser und Laubsauger rauben Kleinstlebewesen wie Würmern, Spinnen und Insekten und auch Kleinsäugern, wie beispielsweise dem Igel, ihren Lebensraum und auch ihre Nahrung über den Herbst. Zusätzlich können entfernte Blätter auf Grünflächen nicht mehr auf dem Boden verrotten, wodurch die Humus- und Nährstoffbildung immens behindert, ja manchmal sogar verhindert wird. Dem Boden wird seine schützende Deckschicht genommen, die im Winter wichtig ist, um ihn vor Kälte und Austrocknung zu bewahren.

Mithilfe eines Laubsaugers werden welke Blätter aufgesaugt und mit ihnen die darin lebenden Kleinstlebewesen. Befindet sich noch ein Häcksler im Laubsauger, dann gibt es auch für die Insekten keine Chance mehr. Auch Pflanzensamen werden dadurch vernichtet und haben keine Chance an anderer Stelle zu keimen. Aber Laubsauger sind nicht nur gefährlich für Insekten und Kleinstlebewesen, auch vor größeren Tieren, wie beispielsweise Molchen und Fröschen, macht der Laubsauger nicht Halt. Ja sogar kleine Igel sind gefährdet.

Doch was kann man tun, um dem Laub Herr zu werden ohne Laubsauger und Laubbläser? In Gärten und auf Grünflächen kann man das Laub einfach liegen lassen. Das bietet den Tieren Lebensraum und Nahrung und durch die Zersetzung der Blätter bleibt der natürliche Stoffkreislauf erhalten. Laubhaufen zu schaffen ist zusätzlich gut für Igel zum Überwintern, aber auch für andere Tierarten, wie beispielsweise verschiedene Schmetterlingslarven. Und wenn man im privaten Garten auf dem Rasen tatsächlich kein Laub haben möchte, kann man dieses auch einfach auf Beeten oder unter der Hecke verteilen und spart sich so im nächsten Jahr schon den Dünger, den man sonst teuer hätte kaufen müssen.

Natürlich müssen Verkehrswege und Straßen trotzdem vom Laub befreit werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Ganz ohne Laubbläser wird es auf kommunalen Flächen und Verkehrswegen vermutlich nicht funktionieren. Diese sollten aber nur in unverzichtbaren Fällen eingesetzt werden. Im privaten Garten sollte lieber zum Rechen oder Besen gegriffen werden.